Archiv für Februar 2008

Über die Hartnäckigkeit von Lokalrivalitäten

„Wieso denn soll ich Kaiserslautern etwas Gutes wünschen?“ Die Reaktion des alten Freundes ist unmißverständlich. Er kann das allgemeine Gerede vom „Traditionsverein, der in die Bundesliga gehört“ nicht mehr hören und zeigt auch für mögliche nachbarschaftliche Verbundenheit keinerlei Verständnis. Woher rührt diese Rigorosität? Nun, im Oktober 1992 hatte der KSC auf dem Betzenberg mit 3:2 gesiegt und sich die kleine, nach außen nicht erkennbar blau-weiße Karlsruher Reisegruppe nach dem Spiel dem allgemeinen „Köpfe-hängen –lassen“ sichtbar entzogen. Als dies aufgefallen war, setzte es Tritte, Hiebe und einen Steinwurf, der sein Ziel am Kopf besagten Freundes fand. Das war böse – so böse, daß auch mehr als 16 Jahre danach sein Zorn nicht geringer geworden ist.

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Über Kameradenliebe im Fußball.

„Schön, daß Ihr Euch dieses Themas annehmt.“ Die Reaktionen gleichen sich, wenn Redaktionen von Presse und Rundfunk einen Beitrag über Homosexualität im Sport, im besonderen Fußball, veröffentlichen. So, als am Sonntag vorvergangener Woche die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ihre Wochenendberichterstattung über die Bundesliga mit einem ganzseitigen Artikel einleitete – „Ich bin Fußballer. Ich kann nicht schwul sein.“ Süddeutsche Zeitung, Rund u.ä. – die Beispiele der jüngsten Vergangenheit zeigen, daß eines der letzten Geheimnisse des populärsten deutschen Sports inzwischen aus seiner Schmuddelecke hervorgeholt worden ist. Und dennoch: Die verantwortlichen Journalisten umweht dann sofort der Hauch des besonderen Mutes, vor dieser heiklen Thematik nicht zurückzuschrecken und sich furchtlos auf ganz gefährlichem Terrain zu bewegen. So werden sie unvermittelt zu den kleinen Politkowskajas des deutschen Sportjournalismus.

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